Bali - Nusa Penida


Die 12 Kilometer lange und 20 Kilometer breite Insel Nusa Penida liegt südöstlich von Bali und ist mit dem Schnellboot in ca. 40 Minuten zu erreichen. Immer wieder liest man begeisterte Berichte über Nusa Penida „...die schönsten Strände Balis, beste Schnorchelspots, mit Mantas schwimmen, eine Trauminsel ...“, deshalb waren wir ganz gespannt auf diese gehypte Insel und wollten soviel wie möglich auf Nusa Penida sehen und buchten als Tagesausflug die West Tour.

Reisetipps


In Sanur kann man an jeder Ecke Tagesausflüge nach Nusa Penida buchen. Bei der Tour Auswahl hat man die Qual der Wahl: Schnorcheln, Manta Point, West Tour, East Tour etc.. Unsere Wahl viel auf die West Tour, die vier Stopps beinhaltet hat: 1. Broken Beach 2. Angels Billabong 3. Kelingking Beach 4. Crystal Bay. So kamen wir zwar nicht in den Genuss zu Schnorcheln und/oder Mantas zu sehen, konnten uns aber einen kleinen Überblick über die West Küste Nusa Penidas verschaffen.

West Tour Nusa Penida

Mit dem Schnellboot des Anbieters Ray Fish sind wir vom Sanur Beach über das Meer nach Toyapakeh gefahren und nach circa 40 Minuten Fahrtzeit, auf der kleinen Insel Nusa Penida angekommen. Dort wurden wir von einem Fahrer, wir hatten eine Privattour gebucht, erwartet und sind zeitnah gestartet. 

Bevor wir die einzelnen Stopps beschreiben, hier ein paar Infos zu den Straßenverhältnissen. Kurz gesagt, es sind nicht die besten. Die Straßen sind relativ schmal, teilweise serpentinenartig und von sehr unterschiedlicher Qualität. Von asphaltiert, über Schotterwege bis hin zu mit Schlaglöchern übersäten Huckelpisten. 

Unser Nusa Penida Tipp: Wer als Mopedfahrer nicht wirklich geübt ist, sollte sich den Rat der Indonesier zu Herzen nehmen und die Touren auf Nusa Penida mit einem Auto inklusive Fahrer buchen. Das ist wirklich keine Geldschinderei der Anbieter, sondern einfach empfehlenswert. (Stand 09/19)

Es wird aber sehr viel gebaut und man ist bemüht, die Straßen zu erneuern, so dass sich die Straßenverhältnisse sicherlich in den nächsten Jahren deutlich verbessern werden. 

Broken Beach

Nun zu unserem ersten Highlight. Nach circa 60 Minuten Fahrzeit kamen wir an unserem ersten Ziel an, dem bekannten Broken Beach (Pasih Uug). Die Geschichte besagt, dass vor langer, langer Zeit eine Kuh ganz alleine auf einer Weide in der Nähe eines Dorfes stand, kein Besitzer weit und breit. Als Farmer abends von der Arbeit kamen und die Kuh ohne Besitzer vorfanden, war die Freude groß. Die Kuh wurde geschlachtet und das leckere Fleisch von der ganzen Dorfgemeinschaft mit Hochgenuss verzehrt. Das Fleisch war noch nicht ganz verdaut, da kam ein armer alter Mann mit schmutziger Kleidung und fragte, ob jemand seine Kuh gesehen hätte? Die Dorfbewohner verneinten unschuldig. Der alte Mann glaubte ihnen nicht, nahm einen Stock und rammte ihn in mit den Worten den Felsboden  „...wenn ihr wirklich nicht wisst, wo meine Kuh ist, dann werdet ihr den Stock mit Leichtigkeit hinausziehen können, wenn nicht, kann ich mir sicher sein, dass ihr alle Lügner seid". Keiner der Dorfbewohner war in der Lage, den Stock herauszuziehen! Der alte Mann verfluchte die Dorfbewohner und zog den Stock aus der Erde. Sofort kam eine  Wasserfontäne aus dem Boden geschossen und es gab ein gewaltiges Erdbeben. Die Dorfbewohner versuchten zu fliehen, doch da wo sie waren platzte die Erde auf, es entstand ein gewaltiger Krater und ein Tor wie eine Höhle mit Verbindung zum Meer.

Der Name lautet Pasih Uug und bedeutet „tut mir leid“. Jetzt ist dieser Ort eher bekannt als „Broken Beach“. 

Der Broken Beach ist auf jeden Fall eine Reise wert. Der Blick auf die „nach oben offene mit Meerwasser gefüllte Höhle“ und den Seetunnel mit Blick auf das Meer ist fantastisch. Die Kulisse rundherum einmalig. Wandert man ein wenig um den Broken Beach herum, hat man wunderschöne Ausblicke auf das Meer. Als wir vor Ort waren, schlugen die Wellen an die Felsen und boten ein tolles Schauspiel.

Reisetipps Broken Beach: Kommt am besten so früh wie möglich zu diesem besonderen Ort. Wir waren gegen 09:45 Uhr vor Ort und es wurde stetig voller.

Angle‘s Billabong, häufiger als Angels Billabong bezeichnet

Vom Broken Beach aus kann man in ein paar Minuten zum Angels Billabong hinüber gehen. Was euch hier erwartet ist ein weiteres Highlight. Bei ruhiger See kann man in dem circa 100qm großen natürlichen Infinitypool baden. Als wir vor Ort waren, war der Zugang aus Sicherheitsgründen gesperrt, da die Brandung mit meterhohen Wellen gegen die Felswände schlug und der Naturpool immer wieder überflutet wurde. Ein fantastischer Anblick! Der Naturpool schimmert in zahlreichen Farben, im Hintergrund die gegen die Felsen donnernde Brandung, unvorstellbar schön. Der Naturpool und das Lavagestein rundherum ergeben ein Bild, als sei hier der Himmel auf Erden. Auch wenn Angels Billabong touristisch und überlaufen ist, ist dieser Ort wunderschön und man hat auch die Möglichkeit gute Fotos zu machen. 

Reisetipps Angels Billabong: Als wir gegen 10:30 Uhr vor Ort waren, war der „Himmel auf Erden“ schon sehr voll und es kamen immer mehr Gäste. Man hat vor Ort nicht sehr viel Platz. Deshalb würden wir bei einer Tagestour empfehlen, zuerst den Angels Billabong zu besuchen und anschließend zum Broken Beach zu gehen, da dort insgesamt mehr Platz ist. Es muss ein Traum sein, wenn man die besondere Atmosphäre des Angels Billabong in Ruhe auf sich wirken lassen kann.

Kelingking Beach

In circa 40 Minuten sind wir dann zu einem weiteren Highlight, dem Kelingking Beach, gefahren. Die Autos die in Richtung Broken Beach fuhren drängelten sich jetzt auf dieser Strecke und es war für unseren Fahrer häufig schwierig, auf der sehr schmalen Straße an ihnen vorbeizukommen. Bei einem Tagesausflug hat man nicht die Zeit, um den schwierigen Abstieg zum Strand zu wagen, so dass uns lediglich der wunderschöne Ausblick auf diesen Traumstrand blieb. Das hat sich aber gelohnt, der Kelingking Beach und die Felsen drum herum sind einfach paradiesisch.

Reisetipps Kelingking Beach: Wer länger auf Nusa Penida bleibt und an diesen Strand möchte, sollte auf jeden Fall feste Schuhe tragen. Auch kann es nicht schaden, trittsicher zu sein und keine Höhenangst zu haben. Der zweite Teil des Weges soll recht abenteuerlich sein und wir haben von mehreren Reisenden gehört, dass sie zwischendurch richtig Angst hatten. Schwimmen ist aufgrund der starken Strömungen nicht erlaubt.

Crystal Bay

Unser vierter und letzter Stop führte uns zum Crystal Bay. Als wir ankamen waren wir sehr überrascht, wir hatten uns bei dem Namen „Crystal Bay“ einen Traumstrand mit kristallklarem Wasser vorgestellt, aber weit gefehlt. Der Sand ist  relativ dunkel, viele abgestorbene Korallenstücke liegen am Strand, so dass man sich auf jeden Fall Badeschuhe mitbringen sollte. Vorab hatte ich einige Bewertungen gelesen und viele im Netz sind begeistert von diesem Strand. Vielleicht ist er zu einer anderen Jahreszeit weißer und das Wasser klarer!? Wir können diesen Strand, so wie wir ihn erlebt haben, nicht weiterempfehlen. Nicht aufgrund der Touristenmassen, da hatten wir viel mehr erwartet. Der Strand ist einfach nicht besonders schön (siehe Fotos). 

Reisetipps Crystal Bay: Wanderung zum Pandan Bay. Wer im Rahmen einer Tagestour „West Tour“ mit Privatfahrer zu diesem Strand gebracht wird, dem raten wir, auf das im Preis inbegriffene Mittagessen zu verzichten und direkt nach dem Kelingking Beach zum Crystal Bay zu fahren. Uns wurde erzählt, dass es die Möglichkeit gibt, vom Crystal Bay zum  Pandan Bay zu wandern. Diese Wanderung dauert circa 25 Minuten und führt an einen abgelegenen Traumstrand (Schnorchelbrille nicht vergessen). Die Wanderung soll relativ schweißtreibend sein, man geht erst über einige  Stufen den Berg hinauf und später wandert man einen Pfad entlang. Es scheint sich zu lohnen, so begeistert wie uns vom Pandan Bay erzählt wurde. Trinkwasser nicht vergessen.

Reisetipp zu einer Nusa Penida Tagestour mit Privatfahrer

Der Preis für die West Tour nach Nusa Penida sollte in Sanur bei allen Anbietern laut Flyer 1.250.000 IDR (ca. 80€) pro Person betragen. Inclusive Abholung von der Unterkunft und Rücktransfer. Im September wurde uns sofort ein Preis von 800.000 IDR (ca. 51€) pro Person genannt. Dies von mehreren Anbietern ohne weitere Verhandlungsmöglichkeit. Bei dieser Tour wären maximal 6 Personen im Auto gewesen. Für einen Aufpreis von 250.000 IDR (ca. 16€) haben wir eine private Tour gebucht. Wir hatten uns davon versprochen, dass wir länger an den Orten verweilen und selbst entscheiden können, wie lange wir wo bleiben. Leider hat unser Fahrer an den ersten drei Stopps, bevor es zum Mittagessen gehen sollte, extremen Zeitdruck aufgebaut. Wir haben uns nur bedingt davon beeinflussen lassen, aber es war etwas anstrengend, die ganze Zeit einen drängelnden Fahrer an der Seite zu haben. Da wir nicht wussten, was uns an Fahrtstrecke und Verkehr nach dem Kelingking Beach erwarten würde, haben wir weniger Zeit an den Highlights verbracht als wir eigentlich wollten. 

Reisetipps für eine private Tour in Nusa Penida: Informiert euch vorher über die Insel und besprecht eure Wünsche im Detail beim Kauf des Tickets ab. Auf das Mittagessen kann man gut verzichten, es gibt überall die Möglichkeit günstig zu essen und so gewinnt man jede Menge Zeit. 

Man kann in Sanur auch einfach nur den Bootstransfer buchen und sich einen Fahrer vor Ort suchen. Sich vorab über die Preise zu informieren ist sinnvoll. 

Die Schnellboote, mit denen die Insel angefahren wird, sowie der Service an Bord und beim Einschiffen sind super. 

Damit man bei einem Tagesausflug möglichst viel Zeit auf der Insel Nusa Penida hat, ist es sinnvoll, einen Anbieter zu wählen, der früh losfährt und spät zurück. Ray Fish ist um 08:15 Uhr ab- und um 17:00 Uhr zurückgefahren. Das war super!

Die Insel Nusa Penida (Westküste) war im September landschaftlich nicht unser Highlight. Alles war sehr trocken und wirkte dadurch nicht ganz so schön wie (wahrscheinlich) zu einer anderen Jahreszeit. Wer die Möglichkeit hat, sollte außerhalb der Hauptreisezeit Juli bis September auf die Insel Nusa Penida fahren.