Cameron Highlands - Malaysia

Mit unseren Aufenthalten auf Langkawi und Penang haben wir vorerst das Inselleben hinter uns gelassen. Das nächste Ziel auf unserer Malaysia Reise waren die Cameron Highlands, wobei wir uns für diesen Abstecher sehr kurzfristig entschieden hatten. In George Town buchten wir unsere Bustickets und eine Unterkunft hatte wir auch recht schnell gefunden. Es sollte unsere erste Busfahrt auf unserer Reise werden, bisher konnten wir diese gut und gerne umgehen. Um 7 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt und zur Busstation gebracht. Pünktlich um 7:30 Uhr setzte sich der Bus in Bewegung. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass das Busfahren in Malaysia so komfortabel ist. Mit Wifi on bord, breiten Sitzen und weit nach hinten verstellbaren Rückenlehnen, einem Fußteil und einem sehr schnellen Busfahrer war die Fahrt kurzweilig und angenehm. Nur die letzte Stunde hoch in die Berge war sehr kurvenreich und nichts für schwache Mägen:-). Zum Glück sind wir diesbezüglich unempfindlich, aber zumindest wussten wir nun, warum sich in jeder Rücklehne eine "Tüte" befand. Die Fahrt führte durch eine traumhaft schöne Landschaft. Am liebsten wären wir permanent ausgestiegen. Gegen 12:30 Uhr erreichten wir die Busstation in Tanah Rata. Die Stadt empfing uns mit Regen und 18 Grad. Wow, das war eine sehr unangenehme Kombi. Eigentlich hätten wir den Weg zum Hotel zu Fuß gehen können, aber aufgrund des Regens und schweren Gepäcks haben wir uns für das Taxi entschieden. Im Hotel angekommen, waren wir begeistert von unserem Zimmer. Ausreichend groß und mit Balkon. Super. Nur der Regen und die Kälte machten uns zu schaffen. Das hatten wir so nicht gebucht.

Die Cameron Highlands sind bekannt für ihre satten und grünen Teeplantagen, die auch der Grund für unseren Abstecher in die Cameron Highlands waren. Die Bergkette liegt auf 1.500 bis 2.000 Meter über dem Meeresspiegel und ist somit prädestiniert für schöne Panoramafotos. Da der Oktober zu den regenreichsten Monaten in den Cameron Highlands gehört, waren wir allerdings nicht ganz sicher, ob wir in diesen Genuss kommen würden. Unser Wunsch war es, der schwül warmen Luft Malaysias für ein paar Tage zu entkommen und der Klimaanlage eine Pause zu gönnen. Auf lange Hose und Pullover waren wir eingestellt. Die Cameron Highlands sind ein einzigartiges Anbaugebiet und sie machen einen Großteil der malaiischen Landwirtschaft aus, da hier nicht nur Tee und Erdbeeren angebaut werden, sondern auch sehr viel Gemüse. Der viele Regen sorgt für eine natürliche Bewässerung. Und ganz nebenbei bieten die Cameron Highlands noch unberührten Dschungel, der zum Trekking einlädt. Die Cameron Highlands waren auf alle Fälle sehr beeindruckend, ABER es hat von drei Tagen zwei Tage fast durchgehend geregnet. Nur der letzte Tag schenkte uns Sonnenschein und wir konnten eine Tour machen. Aber nun zurück zum Anfang.

Als wir in Tanah Rata ankamen, hatten wir großen Hunger. Noch bevor wir unsere Rucksäcke auspackten, machten wir uns auf die Suche nach einem kleinen Lokal. Auswahl gab es genug, da es aber wie aus Kübeln gegossen hatte, kamen wir nicht weit. Und so kam es, dass wir uns bei einem Italiener, bei sehr schlechten Spaghetti, fragten, was wir hier wollten. Nach dem mehr schlechten als rechten Essen, gingen wir mit kalten Händen, Pullover, langen Hosen und Regencapes zurück ins Hotel. Wir entleerten unsere Rucksäcke, verstauten unsere Klamotten und tranken genüsslich einen Kaffee auf dem Balkon. Die Aussicht vom Balkon war sehr schön und ließ vermuten, wie schön die Landschaft hier ist, allerdings musste es erst einmal aufhören zu regnen. Es blieb uns nichts weiter übrig, als die restliche Zeit mit Lesen, Schreiben und Relaxen im Hotel zu verbringen. Gegen Abend begaben wir uns wieder auf die Suche nach einem Lokal. Diesmal waren wir schlauer und wählten die lokale Küche. Wir schlenderten durch die Straße und kehrten dort ein, wo die meisten Einheimischen waren, normalerweise ein Zeichen für gutes und preiswertes Essen. Aber weit gefehlt. Das Nasi Goreng wie auch das Mi Goreng waren kleine aufgewärmte Portionen, die keinen Geschmack hatten. Also wieder kein Glück gehabt.

 

Tanah Rata ist ein wirklich hässliches kleines Städtchen voll mit Bausünden. Der Ort selbst besteht nur aus einer Hauptstraße, an der sich touristische Restaurants, schreckliche Souvenirläden und vielen Touranbieter befinden. Schön sieht anders aus. Die Monster-Hotel-Bauten und die vielen noch im Bau befindlichen pompösen Hotels um die Stadt herum, passten so gar nicht ins Landschaftsbild der wunderschönen Teeplantagen. Unser Hotel gehört zum Glück zu den wenigen hübschen Ausnahmen. 

Der nächste Tag versprach wenigstens für ein paar wenige Stunden am Vormittag einen nur bedeckten Himmel, also machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen Wanderung. Da wir Künstler im Verlaufen sind und schnell die Orientierung verlieren, entschieden wir uns für eine vorgegebene Wanderroute. Diese führte uns durch eine wunderschöne Dschungellandschaft, vorbei an einem kleinen Wasserfall und etwas bergauf. Leider mussten wir die Wanderung vorzeitig beenden, weil es wieder zu regnen begann. Eine Wanderung bei Regen kam für uns nicht in Frage, denn in den Cameron Highlands kann es schnell gefährlich werden, wenn heftige Gewitter die Wege binnen Minuten überfluten. So kehrten wir auf dem Rückweg in die nahegelegene Erdbeerfarm ein, die uns angemessenen Schutz vor dem Regen bot. Bei der Gelegenheit schauten wir uns die Erdbeerfarm etwas genauer an und versüßten uns anschließend die Stimmung mit heißen Waffeln. Da es nicht aufhören wollte, zu regnen, nahmen wir uns ein Taxi zurück ins Hotel. Auch dieser Tag blieb verregnet und wieder verbrachten wir den Rest des Tages im Hotel. 

Glücklicherweise hatte ich in einem Blog gelesen, dass es in Tanah Rata ein sehr gutes japanischen Restaurant geben sollte. Wir machten uns also samt der Regencapes auf den Weg und kehrten dort wenige Minuten später ein. Wir sind uns nicht bewusst, zuvor schon einmal japanisch gegessen zu haben, aber das Essen war phänomenal, einfach super. Wie gut, dass es Blogger gibt:-)

Der dritte und letzte Tag brachte unerwartet gutes Wetter und wir hatten eine Tagestour mit den üblichen Sehenswürdigkeiten gebucht. Wir wurden um 8:15 Uhr von einem Guide mit Jeep am Hotel abgeholt und holten noch zwei weitere Fahrgäste - Frauen aus Kanada und Kalifornien - ab. Wir hatten einen sehr netten Guide erwischt, der perfekt englisch spricht und uns auf der Fahrt zur ersten Station schon viel Informatives und Interessantes berichtete. An einer sehr engen und vollen Straße ließ er uns aussteigen, damit wir die wundervolle Sicht auf die Teeplantagen bewundern konnten. Wir schlenderten durch die Felder und waren beeindruckt von der atemberaubenden Landschaft. Die unterschiedlichen Grüntöne der Teepflanzen im Sonnenlicht und das saftige Grün über die große Flächen hinweg zu bewundern, war ein echtes Highlight für uns. Als wir ankamen waren noch nicht ganz so viele andere Touristen vor Ort, so dass wir schöne Landschaftsbilder machen und die Natur in Ruhe genießen konnten. Als wir die Teeplantagen verließen, kamen immer mehr Touristengruppen an. Gott sei Dank waren wir so früh unterwegs.

Anschließend fuhren wir zu den BOH-Teeplantagen, die 1929 von J.A. Russell gegründet wurden und zu den berühmtesten der Cameron Highlands zählen. Heute hat BOH Tea vier Anbaugebiete. Wir haben uns die Sungai Palas Tea Plantation angeschaut. Wir konnten schnell feststellen, dass fast alle Touren hierher führten und viele Touristen vor Ort waren. Nicht ganz nach unserem Geschmack, aber der faszinierende Blick von der Aussichtsplattform, die zugleich ein Café ist, hat uns dafür entschädigt. Man konnte dort natürlich Tee sowie köstlich aussehenden Kuchen bei herrlichem Blick von der Terrasse auf die Teeplantagen genießen. Wir genossen die Aussicht lieber ohne Tee und Kuchen, etwas abseits der Touristen.

Nur 16 Kilometer von Tanah Rata entfernt befindet sich der Mossy Forest. Dieser ist in einer Höhe von rund 2032 Metern über dem Meeresspiegel auf dem Gunung Brinchang gelegen. Der Gunung Brinchang ist der höchste auf einer Straße befahrbare Berg in Südostasien. Auf einer engen, mit Schlaglöchern besäten Straße ging es im Schneckentempo nach oben. Durch den Mooswald führt ein zwei Kilometer langer Pfad. Dieser führt vorbei an unberührten, mit Moos überzogenen Wäldern und es gibt einige Aussichtspunkte mit einem traumhaften Panoramablick. Durch die Höhe des Mossy Forest ist er in den meisten Fällen von Wolken und Nebel umgeben, was das Wachsen von Moos, Farnen, Orchideen und vieler anderer einzigartiger Pflanzen ermöglicht. Wir waren begeistert von der guten Sicht.

Nicole und ich wurden nach dem Mossy Forest im Ort abgesetzt, um uns für die anstehende Wanderung stärken zu können, während unser Guide die zwei Mädels zurück zum Hotel brachte, da sie nur die Halbtagstour gebucht hatten. Nach dem Mittag starteten wir dann alleine mit dem Guide die Trekking-Tour. Cool, damit hatten wir nicht gerechnet. Bei der Wanderung handelte es sich um die gleiche Route, die wir am Tag zuvor aufgrund von starkem Regen abbrechen mussten. Wir stiefelten ungefähr zwei Stunden durch den Dschungel auf Wegen, die wir alleine ganz sicher nicht gefunden und uns auch gnadenlos verlaufen hätten. Dass der Guide den Dschungel und dessen abwechslungsreiche Pflanzenwelt liebt, das spürten wir sofort. Er erklärte uns in eindrucksvoller Weise, die heilende Wirkung einiger Pflanzen. Es hat uns großen Spaß gemacht, wir haben viel gelernt, aber leider auch schon wieder viel davon vergessen. Gegen 16 Uhr waren wir zurück im Hotel und sehr glücklich, dass wir doch noch die Faszination der Cameron Highlands erleben durften. Ein großartiger Tag, der mit einem mittelprächtigen Essen endete. 

Fazit: Es war uns schlichtweg zu kalt und zu nass. Dafür können natürlich die Cameron Highlands nichts, aber wir hätten nicht gedacht, in Südostasien so zu frieren und zwei Tage gar nichts machen zu können. Dem können wir aber jetzt, nach dem dritten sonnigen Tag, entgegenhalten, dass der Ausblick auf die Teeplantagen grandios und die Landschaft phänomenal ist. Wir sind sehr froh, dieses wunderschöne Fleckchen Erde gesehen zu haben, würden es aber nie wieder im Oktober machen. Die Ausbeute von einem sonnigen Tag verdanken wir der spontanen Entscheidung, drei statt zwei Nächte in den Cameron Highlands gebucht zu haben.

Und nun geht es mit dem Bus von Tanah Rana über Kuala Lumpur nach Melaka, in die Stadt, die uns mehrfach im Laufe unseres Malaysiareise empfohlen wurde. Hoffentlich zu recht:-).

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