Bali - Lemukih - Candidasa


Lemukih

Budas, der Guesthousebesitzer unserer neuen Unterkunft in Lemukih, organisierte uns einen Fahrer für den Weg von Ubud nach Lemukih. Nach einer circa dreistündigen Autofahrt sind wir mittags in Budas Homestay in Lemukih angekommen. Wir konnten unseren Augen kaum trauen, so schön war der Ausblick  auf die Reisfelder, Palmen und die umliegenden Berge. Wir haben schon viel gesehen, aber diese Kulisse übertraf unsere Vorstellung bei weitem. Unsere Erwartungen an Budas waren recht hoch, da er in zahlreichen Reiseblogs überschwänglich gelobt wurde. Der Bungalow war wie erwartet sehr schlicht, aber absolut ok. Das außenliegende Badezimmer und der Terrassenbereich, der einer Bushaltestelle glich, entsprachen nicht ganz unseren Vorstellungen. Es gab leider keine Möglichkeit, sich irgendwo bequem und gemütlich hinzusetzen. Eigentlich hatten wir nicht viel Komfort erwartet, aber als wir auf der Anlage einen sehr viel schöneren Bungalow entdeckten, wurde uns die latente Unzufriedenheit bewusst, die es galt schnellstmöglich zu beseitigen. Gesagt, getan, wir äußerten unseren Wunsch gegenüber Budas und am gleichen Tag durften wir in den traumhaft gelegenen und sehr schön eingerichteten Bungalow umziehen. Wie sich später herausstellte, gehörte dieser Bungalow dem Bruder, der seit Februar dieses Jahres eigene Bungalows verwaltet, die um einiges schöner sind als die von Buda. Wir fühlten uns auf Anhieb pudelwohl und können das "Friendly Homestay" und dessen Spa-Bereich nur wärmsten empfehlen. 

Nach dem Lunch haben wir die Gegend auf eigene Faust erkundet. Wir sind durch die Reisfelder geschlendert und an einem kleinen Bächlein entlang gelaufen, bis uns ein Hund am Weitergehen hinderte. Wir haben eigentlich keine große Angst vor Hunden, aber wenn uns ein zähnefletschender Hund unentwegt anbellt, so sollten wir uns lieber zurückziehen, dachten wir uns. Wieder zurück im Homestay gönnten wir uns eine für uns noch unbekannte Hotstonemassage. Zunächst wurden wir auf wundervoll balinesische Weise durchgeknetet und anschließend mit Steinen, die auf 60 Grad erhitzt werden, ein erneutes Mal massiert. Für uns war es die erste Hotstonemassage und wir können sagen, wir waren begeistert. 

Für uns war es neu, dass wir in einem kleinen Homestay unsere Mahlzeiten aus der Karte auswählen konnten. Da der Weg zum nächsten Warung für uns zu Fuß nicht erreichbar war, mussten wir uns mit der kleinen, aber feinen Auswahl begnügen. Ein wenig irritierend war, dass die Anlage anscheinend getrennt voneinander verwaltet wurde, dieses jedoch für uns nicht erkennbar war. Uns war auch nicht bewusst, dass die Brüder am Ende getrennt abrechneten. Am nächsten Tag begann um 9.30 Uhr die gebuchte 6-stündige Tour mit Budas und einem weiteren Pärchen aus Deutschland. Nach einer sehr kurzen Autofahrt startete der Walk durch die wunderschönen Reisfelder. Zu Beginn der Trekkingtour erläuterte Buda uns in absoluter Überzeugung den Grundgedanken des hinduistischen Glaubens. Dieser hier nur in aller Kürze.


Der Hinduismus unterscheidet vier Lebensabschnitte des menschlichen Wesens: Leben als Schüler - Heirat, Familie, Beruf - Intensives Zusammenleben von Mann und Frau - Einsiedlertum. Zu diesen vier Lebensabschnitten kennt der Hinduist vier Kasten (gesellschaftliche Schichten): Brahmanen (sie studieren die heiligen Schriften der Veden) - Kshatriyas (Kriegerkaste) - Vaishyas (Kaste der Händler und Hirten) - Shudras (dienende Kaste) und vier Grundwerte: Karma (Verlangen, Begierde) -  Arta (Wohlstand, Vermögen, Ansehen) - Dhama (rechtschaffenes Leben in der Gesllschaft) - Moksha (Erlösung, Befreiung, Tod). Und dazu kennt der Hinduismus noch eine unzählige Menge verschiedener Götter. 


Wir gingen etwa eine Stunde durch die wunderschöne Landschaft, an Reisfeldern entlang mit einem herrlichen Blick in die umliegenden Berge und den Dschungel. Wir hatten großen Spaß, entdeckten die Besonderheiten der Natur und nebenbei versuchte Budas uns einiges über Land und Leute zu erklären.

Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir nach etwa einer Stunde unseren ersten Stopp „Waterslide“. Wir hatten keine Ahnung, was uns hier erwartete, aber wir waren gespannt wie kleine Kinder. Dort zogen wir unsere Badekleidung an, bekamen einen Helm aufgesetzt und wurden auf einen Gummireifen gesetzt. Mit diesem wurden wir dann wenige Sekunden später mit der Strömung durch das Wasser gewirbelt. Wir hatten einen Riesenspaß. Lachend, schreiend und voller Adrenalin haben wir das Spektakel genossen. Es folgten Wiederholungen in unterschiedlichsten Variationen. Alleine, im Doppelpack, vorwärts und rückwärts, einfach alles musste ausprobiert und erlebt werden. Budas machte unzählige Fotos von uns, die uns später daran erinnern sollten. Wir waren so sehr geflasht, dass wir gar nicht mehr aufhören wollten. Nach diesem riesengroßen Spaß ging es weiter zu den Wasserfällen.  

Nach einer weiteren Stunde durch den Dschungel, erreichten wir den Start des Abstiegs zum Wasserfall „Sekumpul“. Vor dem bevorstehenden steilen Abstieg legten wir noch eine kurze Pause ein. Umgeben von kleinen Wasserläufen genossen wir die kurze Verschnaufpause und versuchten uns vorzustellen, was uns nun erwartete. Bereits der steile Weg über die unzähligen Stufen ins Tal, ließ vermuten, welchen schönen Anblick zu erwarten war. Der Gedanke an den späteren Aufstieg brachte uns allerdings schon während des Treppenabsteigens ins Schwitzen. Beim ersten Wasserfall (Sekumpul) angekommen, verschlug es uns allen die Sprache. So etwas schönes hatten wir noch nie zuvor gesehen. Zwei riesige Wasserfälle prasselten aus atemberaubender Höhe in das davor liegende Becken. Nach einem kurzen Fotoshooting konnte wir es kaum erwarten, uns in die Fluten zu stürzen. Budas bewaffnete sich mit unseren Handys und machte unzählige Fotos von uns, während wir das unglaubliche Erlebnis im Wasser in vollen Zügen genoßen. Eine wahnsinnige Geräuschkulisse umgab uns im Wasser. Wir ließen die herabfallenden Wassermengen auf uns nieder prasseln und unserer Begeisterung freien Lauf. Es gibt einfach keine Worte für dieses unfassbar schöne Gefühl. Vielleicht überzeugen Euch die Bilder.

Nach einem ausgiebigen Bad machten wir uns so wie wir waren, in Badeklamotten, auf den Weg zum nächsten Wasserfall, der nur wenige Minuten Fußmarsch entfernt lag. Auch hier beim Wasserfall „Fiji“ angekommen, war unsere Begeisterung riesengroß. Drei riesige Wasserfälle stürzten in die Tiefe. Wir waren wie beim letzten Wasserfall auch hier nicht mehr zu bremsen und mussten schnellstmöglich ins Wasser eintauchen. Wir können es nicht oft genug sagen, das Gefühl in einem Wasserfall zu baden ist unbeschreiblich schön, einmalig, unvergesslich und nicht in Worte zu fassen.

Nach einer weiteren halben Stunde Fußmarsch erreichten wir einen sehr schön gelegenen Warung. Wir ließen uns in die Stühle fallen und genossen auch hier den wunderschönen Ausblick auf die Reisterrassen, Berge und Dschungellandschaft. Nachdem wir lecker gegessen und einen Kaffee getrunken haben, kam die auch hier existierende Bali Swing zum Einsatz. Benjamin und Isabella (unsere Wegbegleiter) schaukelten, fotografierten und filmten sich gegenseitig und ihre Begeisterung war so deutlich zu erkennen, dass wir mit großer Freude ihnen dabei zusahen. Aber auch in diesem Moment ließen wir uns nicht dazu hinreissen. Höhenangst und allgemeine Verunsicherung hielten uns nach wie vor davon ab. Ein großartiger Tag neigte sich dem Ende zu.  

Den kommenden Tag wollten wir mal ganz ohne organisierter Tour verbringen, einfach relaxen und schauen, was kommt. Das Wetter war großartig und wir sehnten uns nach einer Abkühlung. Eine kurze Wanderung über eine kleine Straße, die gerade erst im Aufbau war, führte uns zu einer kleinen Tempelanlage mit Badebecken. Dort waren zunächst sehr wenige Einheimische, die sich in den vom Becken getrennten Quellwasser reinigten. Wir hingegen genossen die dankbare Abkühlung im öffentlichen Becken, was einem kleinen Freibad glich. Während wir uns am Beckenrand und mit gelegentlichem Abtauchen vergnügten, kamen immer mehr Familien, die ihren Sonntag hier verbrachten. Kinder plantschten, sprangen und schwammen ausgelassen im Becken und fühlten sich nicht im geringsten von uns "Touris" gestört. Im Gegenteil, das uns entgegengebrachte Lächeln ließ uns willkommen erscheinen. Für uns waren es schöne zwei Stunden Erholung inmitten von Einheimischen. Für einen kurzen Moment vergaßen wir tatsächlich, dass wir eigentlich nicht mit dazu gehörten.

Am dritten Tag haben wir uns für eine geführte Trekkingtour entschieden. Budas organisierte uns einen Fahrer, der uns  zum Start der Wanderung brachte, wo wir von einem Guide bereits erwartet wurden. Mit einem Wanderstock in der Hand wagten wir einen Blick auf den uns bevorstehenden Weg, der ziemlich steil in das Tal hinabführte. Zweieinhalbstunden sollte der Abstieg gehen, das verursachte bei uns ein etwas mulmiges Gefühl. Ohne uns jegliche Schwäche oder Angst anmerken zu lassen, folgten wir unserem Guide in den Wald hinein. Nach bereits einigen Metern mussten wir feststellen, dass unsere Sorge absolut unbegründet war. Wir spazierten letztendlich gemütlich Eineinhalbstunden auf einem klar definierten Weg durch den Wald ohne Aufregendes zu entdecken. Der noch zu Beginn sehr professionell wirkende Guide entpuppte sich auf dem Weg als müder und etwas gelangweilter Begleiter. Wir nannten ihn die "Sleepnose", da er permanent am Gähnen war und uns von einer kurzen Nacht berichtete. Angekommen an einem See, wurden wir mit einem Boot in etwa 15 Minuten auf die andere Seite des Sees gepaddelt, wobei wir davon ausgegangen waren, dass es sich um eine richtige Kajaktour handeln würde. Auf der anderen Seite angekommen, wurden wir vom Fahrer abgeholt, der uns wieder zurück zum Homestay brachte. Diese Tour hätten wir uns sparen können. Der Preis war überhöht und die Tour selbst kein besonderes Highlight.

Wir waren vier Nächte in Lemukih und im Nachhinein müssen wir sagen, zwei bis drei Nächte hätten uns auch gereicht. Da wir selbst kein Moped fahren, war die Umgebung von Lemukih für uns schwer zu erkunden. Fußläufig war nur sehr wenig zu erreichen. Für uns war der Besuch von Lemukih auf alle Fälle lohnenswert.


Candidasa

Auf dem Weg von Lemukih nach Candidasa haben wir mit dem Fahrer einen Abstecher nach Denpasar gemacht, um den für unsere Visumverlängerung notwendigen Fingerprint machen und ein Foto anfertigen zu lassen. Da wir unsere Pässe bereits in Ubud bei einer Agentur für die einmonatige Verlängerung in Auftrag gegeben hatten, handelte es sich um einen schnellen Aufenthalt im Immigration-Office. Unsere Pässe samt Visum bekommen wir in Sanur zurück. 

Angekommen am Rande von Candidasa im Abalone Resort hat uns Marion, die Besitzerin, sehr herzlich und freundlich empfangen. Nach einem kurzen Plausch, erzählte uns Marion, dass sie ihre Reise nach Yogyakarta verschoben hat, um zu sehen, wer sich hinter der Person Nicole verbirgt, die vor Monaten gebucht hat und eine nette Konversation mit ihr pflegte. Wir bezogen für drei Tage einen Bungalow, der super schön und sehr geräumig war. Wir fühlten uns auf Anhieb sehr wohl. Der riesengroße Garten war unglaublich schön angelegt und lag direkt am Meer. Marion hat ein besonderes Händchen für ihre Anlage. Überall waren sehr bequeme Liegeplätze zu finden, die wir in der Vergangenheit schon oftmals vermisst haben. Wir fragten uns immer wieder, warum an den schönsten Fleckchen der Erde, die gemütlichen Sitz- und Liegeplätze fehlten. Der Swimmingpool liegt direkt vor dem Strand, so dass wir während des Badens auf das Meer schauen konnten. Leider konnten wir nicht im Meer baden, da durch die starke Strömung und der nicht mehr intakten Korallen der Strand so gut wie weggespült war. Eigentlich wollten wir auch hier einen Ausflug machen, aber diesen Gedanken verwarfen wir, als wir diese Oase der Ruhe entdeckten. Wir haben einfach mal drei Tage gar nichts gemacht, außer gelesen, relaxed, gegessen, getrunken und natürlich die Homepage bearbeitet. Das war schön und hat uns unglaublich gut getan.

Und nun geht es von Padang Bai (etwa 15 Minuten vom Resort entfernt) mit dem Schiff zu den Inseln Gili Air und Gili Trawangan. Bye, Bye:-)

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