Singapur

Was wir von Singapur im Kopf hatten, war vor allem das berühmte Kaugummiverbot, das strikte Rauchverbot und dass die Stadt einer der saubersten der Welt sein soll. Wir wussten vor unserem Besuch also nicht besonders viel. Nach 24 Stunden Anreise sind wir scheinbar in der Zukunft angekommen. Die Stadt ist gigantisch und spiegelt für uns das Jahr 2050 wieder.

6 Tage in Singapur

Gelandet sind wir am Changi Airport, auf einem der größten und modernsten Flughäfen weltweit. Riesengroß, absolut sauber und viele wunderbare Ecken, die bereits erkennen lassen, was uns in der Stadt erwartet:

groß, modern, futuristisch und grün.

Die Temperaturen, die uns in Singapur erwartet haben, waren für uns vergleichbar mit einem Saunabesuch. Tropische 32 Grad.

Jeder Tag in Singapur begann und endete für uns mit einem frisch gepressten und gekühlten Orangensaft aus unserem lieb gewonnenen Orangensaftautomaten gleich um die Ecke. Ein solcher Automat ist an fast jeder Straßenecke zu finden und wie wir beobachten konnten, bei den Touristen ebenso beliebt wie bei den Einheimischen. 0,3 Liter kosten lediglich 2 Singapur $ (1 Singapur entspricht 0,65 Euro). Für uns waren die vielen Säfte eine dankbare Erfrischung und vor allem ein notwendiger Vitaminschub für die anstrengenden Fußmärsche durch die Stadt.

 

Einen solchen Automaten hätten wir auch sehr gerne in Hamburg vor der Tür.

Die ersten zwei Tage haben wir die Stadt mit dem Hop-On/Hop-Off-Bus erkundet. Mit dem Doppeldecker konnten wir auf drei unterschiedlichen Bustouren die Stadt erkunden. Vom oberen Deck des Busses hatten wir eine sehr schöne Perspektive auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Schnell konnten wir uns davon überzeugen, dass Singapur eine sehr grüne Stadt ist. Auf den ersten Blick faszinierten uns die Wolkenkratzer mit den Gartenetagen oder auch die Glastürme mit ihren Balkongärten. Auf den zweiten Blick überzeugten uns die vielen schön angelegten und sehr gepflegten Grünanlagen, die überall in der Stadt zu finden sind.

Wir haben das 48 Stunden-Ticket bis auf die letzte Minute genutzt. Wir sind beliebig ein- und ausgestiegen und sind durch die Straßen der Stadt geschlendert. Wir haben unter anderem einen wunderschönen Spaziergang vom Clarke Quay über Boat Quay und Fullerton Jetty bis zum Marina Bay unternommen. Dieser sogenannte Riverwalk führt immer am Wasser entlang und besticht durch traumhafte Ausblicke. Viele schöne Plätze, Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein und bieten eine atemberaubende Kulisse. Dieser Walk lohnt sich sowohl am Tage, wenn sich nur wenige Menschen einfach treiben lassen als auch während der Abendstunden, wenn insbesondere beim Boat Quay gefeiert, getanzt, gegessen und getrunken wird. 

Ganz gespannt waren wir auch auf den weltweit größten Stadtgarten "Garten der Zukunft" genannt wird. Dieser liegt direkt hinter dem "Marina Bay Sands Hotel". Der wunderschöne, weitläufige und fantastisch angelegte Garten erstreckt sich über 100 ha Fläche. Wir schlenderten bei herrlichem Sonnenschein und tropischen 32°C durch diesen Park. Die bis zu 50 Meter hohen stählernen Supertrees, die von Kletterpflanzen und Farnen überwuchert werden, sind faszinierend.  Der Park zeigt sich auch in der Nacht von seiner spektakulären Seite, wenn die Bäume in Grün und Blau den Nachthimmel erhellen. Auch, wenn uns die mit Musik untermalte Lichtershow am Abend sehr gut gefallen hat, überzeugte uns die Schönheit des Parks tagsüber.

Das wohl bekannteste Gebäude der Stadt ist das "Marina Bay Sands Hotel". Egal, welche Route wir auch genommen haben, an diesem imposanten Gebäude kommt man nicht vorbei. Es besteht aus drei 55-stöckigen Hoteltürmen, die auf 191 Meter Höhe einen 340 Meter langen Dachgarten mit einem 146 Meter langen Infinity-Pool tragen. Das muss man erstmal sacken lassen. Die Grundstückskosten eingerechnet soll der Bau rund 8 Milliarden Singapur Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) gekostet haben. 

Nach zwei Tagen haben wir uns entschieden, die Stadt mit der U-Bahn (hier MRT genannt) zu erkunden. Bereits der erste Besuch einer U-Bahnstation hat uns deutlich gezeigt, wie sauber Singapurs Metro ist. Die Böden sind so blitzblank poliert, dass wir vom Boden hätten essen können. Sehr erstaunt waren wir auch als wir am Bahnsteig eintrafen. Jedes Bahngleis ist mit einer Glaswand, die in regelmäßigen Abständen mit Schiebetüren versehen ist, vom Bordstein abgetrennt. Diese öffnen sich erst dann, wenn ein Zug einfährt und dieser mit seinen Türen genau an diesen Schiebetüren zum Halten kommt. Auf den Boden gezeichnete Linien kennzeichnen den Ein- und Aussteigebereich, was offensichtlich zu einem geordneten Ein- und Ausstieg führt. Alle U-Bahnhöfe sind extrem klimatisiert, ein Temperaturunterschied von mindestens 10°C war für uns des öfteren eine dankbare Erfrischung bei tropischen 32 Grad.

Am dritten Tag besuchten wir zum ersten mal Sentosa, eine künstlich angelegte Insel, die einer Phantasiewelt gleicht. Auf dieser Insel gibt es für jung und alt vieles zu entdecken und zu unternehmen. Der vivocity-Express wie auch Shuttlebusse fahren kostenlos unterschiedliche Stationen und verschiedene Strandabschnitte auf der Insel an. Beim Anblick des Strandes war klar, der kommende Tag beinhaltet neben Sightseeing auch Relaxen am Strand. Gesagt, getan, wir waren am vierten Tag zwischen zwei heftigen Gewittern auf einer, nur durch eine Hängebrücke erreichbaren Insel und haben endlich gebadet. Die Wasserqualität ist sicherlich nicht die beste gewesen, aber wir waren für jede Erfrischung dankbar und unsere durch Flipflops strapazierten Füße konnten eine Pause gut gebrauchen. 

Am letzten Tag haben wir Chinatown besucht. Bereits beim ersten Anblick der Straßenschilder fällt auf, dass unter der herkömmlichen Bezeichnung der Straßen, diese auch auf chinesisch zu lesen sind.

Dass Menschen in Singapur gerne essen, zeigt sich auch in Chinatown. Egal wo man entlang schlendert, es riecht sehr lecker nach asiatischer Küche, wie übrigens fast überall in Singapur. Für uns ist der Besuch Chinatowns ein absolutes Muss, nicht zuletzt, weil hier im Hawker Center an einem Streetfoodstand die Speisen von einem Michelin-Sternekoch zubereitet werden. Dieser Stand ist daran zu erkennen, dass eine endlose Menschenschlange gesittet wartet, um zu gegebener Zeit freundlichst herangewunken zu werden, um dann eine Bestellung aufgeben zu können. Das Essen war ein Gedicht. Der Besuch Chinatowns war für uns ein kulturelles wie kulinarisches Erlebnis.  

Dass die Stadt insgesamt als teuer gilt, können wir nicht bestätigen. Vielleicht direkt im Zentrum, aber in "unserem" Viertel "Jalan Besar", das nur 5 Minuten mit der U-Bahn (hier: MRT) von der Innenstadt entfernt ist, kann davon keine Rede sein. Das reichhaltige und abwechslungsreiche Angebot an günstiger asiatischer Küche in den vielen umliegenden Hawker Centern war für uns zu jeder Tageszeit ein kulinarischer Hochgenuss. Das einzige, was wirklich teuer ist, ist zu unserem Bedauern das Bier.


Als wir durch die Straßen geschlendert sind, ist uns aufgefallen, dass wir wenig Gehupe und kaum schrille Sirenen gehört haben. Außerdem haben wir keinen einzigen Stau gesehen, was eventuell daran liegt, dass je nach Tageszeit und Stadtteil eine Maut gezahlt werden muss. Es fällt jedenfalls sofort auf, dass auch auf den Straßen geordnete Verhältnisse herrschen. In den zahlreichen riesengroßen Shoppingmalls, um die man schwerlich vorbei kommt, sieht es anders aus. Immer, wenn wir in solchen unterwegs waren, wurden wir zwar auch wie in den U-Bahnen extrem  runtergekühlt, aber die Massen an Menschen, die unkontrolliert durcheinander liefen haben uns schlichtweg erschlagen. Aber, man muss es halt mal erlebt haben.


Singapur ist die schönste Stadt, die wir bisher gesehen haben. Der Aufenthalt hat uns wahnsining gut gefallen. Die Stadt ist sauber, absolut sicher und extrem lecker. Kurz gesagt: Die Stadt ist der Hammer und immer wieder einen Besuch wert. Die Einheimischen sind extrem freundlich und hilfsbereit.


Und hier noch ein paar interessante Entdeckungen, wie wir finden...

In Hamburg leiht man Stadträder, hier in Singapur Regenschirme! 

In jeder Großstadt sind Hängeschlösser zu sehen, aber bestimmt nicht in so geordneter Form. Hier auf einem kleinen festgelegten Stück Zaun. Ordnung muss sein.

Ein riesiger Ventilator im Freien, der für eine willkommene und angenehme Erfrischung sorgt. 



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Kommentare: 9
  • #1

    Katharina (Mittwoch, 03 Juli 2019 13:22)

    Guten Start ihr Beiden! Bin schon sehr gespannt auf die ersten Nachrichten von Euch!

  • #2

    Gaby (Dienstag, 09 Juli 2019 19:33)

    Huhu ein äusserst interessanter Einblick. Ich glaube ich muss die lange flugzeit doch mal in den Kauf nehmen. Ich bin neugierig geworden.... es scheint eine Wahnsinns Stadt zu sein. Ich drücke euch

  • #3

    Beryl (Dienstag, 09 Juli 2019 20:02)

    Einfach fantastisch!!! Ich drücke Euch!

  • #4

    Astrid (Mittwoch, 10 Juli 2019 13:24)

    Das klingt nach einem verheißungsvollen Start!
    Ich bin gespannt auf die weiteren Stationen, Bilder und Einblicke in Land + Leute...
    Wünsche euch weiter eine schöne Zeit :o)

  • #5

    Evi (Mittwoch, 10 Juli 2019)

    Nach den Bildern und der interessant en Beschreibung, bin etwas neidisch,wünsche Euch für die weitere Reise Viel Spaß

  • #6

    Sabrina (Mittwoch, 10 Juli 2019 20:01)

    Huhu ihr zwei Ihr seit ja richtig fleißig am Schreiben Cool

  • #7

    Jan F. (Donnerstag, 11 Juli 2019 15:17)

    Sehr Interessanter Bericht,
    freue mich mehr von Euch zu lesen...

    Gute Reise

  • #8

    Alexa und Ela (Dienstag, 16 Juli 2019 11:30)

    Was für ein eindrucksvoller Start! Toll beschrieben.... wir freuen uns auf mehr!
    Take care

  • #9

    Sabrina (Mittwoch, 17 Juli 2019 09:37)

    Hallo ihr zwei! Hoffe es geht euch gut Wo seit ihr gerade? Freue mich darauf mehr von euch zu lesen Liebste Grüsse